Tierschutz Nienburg

"Drakenburger Heide" e.V.

Winterzeit, Igelzeit

Mi, 14.September 2016 von: Helke Romann Kategorie: Tierschutz Allg.

igel-zuhause.jpgEs ist wieder soweit, der Herbst klopft an unseren Türen und die Heizungen werden hochgefahren. Die Igelwelt bereitet sich auch für ihren Winterschlaft vor. Welcher Igel hat aber jetzt zu wenig Gewicht? Was tut man mit einem verletzten Igel und wie könnte man ideale Schlafbedingungen für den Igel im häuslichen Garten anbieten?
Diese Fragen werden auf der Homepage http://www.igelkomitee-hamburg.de beantwortet.
Von dort stammt auch der folgende Artikel Wie erkenne ich einen kranken Igel?

Die folgenden äußeren Merkmale lassen auf eine Krankheit schließen:

1.
Igel irren mitten am Tage umher oder liegen in der Sonne. Sie sind dann oft schon mit kleinen gelben Fliegen-Eiern besetzt. Sie haben tiefliegende Augen und eine trockene Nase. Es kann auch sein, dass sie im Winter bei Eis und Schnee am Tage herumlaufen.

2.
Igel sind stark abgemagert. Sie sind dann hinter dem Kopf eingefallen und haben dort den sogenannten „Hungerknick“. Die Ursachen sind meistens Innenparasiten- oder Bakterienbefall.

3.
Igel sind gelähmt. Wenn man sie aufnimmt, kann man feststellen, dass sie keine Spannkraft haben oder sie ziehen beim Laufen die Beine nach (Teillähmung). Die Ursache ist in der Regel Vitaminmangel.

4.
Igel haben einen Abszess. An verschiedenen Körperstellen kann eine Schwellung oder Verkrustung der Stacheln festgestellt werden, die oft stark riecht.

5.
Igel haben offensichtlich äußere Verletzungen oder Beinbrüche. Bei Beinbrüchen rollt sich der Igel nicht ganz ein, und ein Fuß ist sichtbar. Viele Verletzungen werden indirekt durch den Menschen verursacht. Siehe unser Info-Blatt „Igel in Gefahr

6.
Igel haben Stachel- oder Haarausfall. Oftmals sind dann schon kahle Stellen im Stachelkleid, am Haarkranz an der Seite oder am Bauch zu erkennen. Die Ursache kann Hautpilz oder Bakterienbefall sein, auch durch Ausfluss aus vereiterten Ohren.

Im Spätherbst herumirrende junge Igel sind oft hilfsbedürftig. Für die Beurteilung, ob ein Jungigel im Herbst aufgenommen werden muß, weil er untergewichtig und deshalb vermutlich auch krank ist, haben wir die folgende Faustregel für Norddeutschland aufgestellt: rot-fund-warpe081.jpg

im Oktober unter 200 g Körpergewicht
im November unter 300 g Körpergewicht
im Dezember unter 400 g Körpergewicht

Dies ist nur eine Faustregel, die nicht unbedingt strikt eingehalten werden muss. Bei der Beurteilung sollte auch die Wetterlage berücksichtigt werden. Während einer längeren Regenperiode im Herbst oder bei geschlossener Schneedecke und Dauerfrost wird man einen Jungigel eher hereinnehmen müssen, als bei schönem Herbstwetter und leichtem Nachtfrost.
Gartenbesitzer rufen wir auf, ab Mitte September eine Futterstelle einzurichten, damit draußen zugefüttert werden kann, bis der Dauerfrost einsetzt. (siehe Info-Blatt „Futterhäuser„)

Als erste Maßnahme wird der gefundene Igel gewogen und, wenn erforderlich, mit einem Flohpuder nur leicht über dem Rückgrat entlang eingepudert. Wenn er unterkühlt ist, muss er sofort auf einer Wärmflasche oder einem Heizkissen bei ca. 29 Grad , diese bedeckt mit dickem Handtuch, gewärmt werden. Der Igel wird ebenfalls mit einem Tuch bedeckt.
Der aufgefundene kranke Igel muß einem Tierarzt oder einer Igelstation vorgestellt werden, damit beurteilt werden kann, welche medizinischen Maßnahmen erforderlich sind.

Igel stehen unter Naturschutz. Es ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz verboten, diese besonders geschützten Tiere aus der Natur zu entnehmen und gefangen zu halten. Eine Ausnahme läßt jedoch der § 43(6) dieses Gesetzes zu. Danach ist es zulässig, verletzte, hilflose oder kranke Tiere aufzunehmen, um sie gesund zu pflegen. Die Tiere sind unverzüglich in die Freiheit zu entlassen, sobald sie sich dort selbständig erhalten können.

Komitee für Igelschutz e.V. Hamburg
Geschäftsstelle
Flaßheide 42 – 22525 Hamburg
Telefon: 040-5 40 48 07 – Fax: 040-52 01 48 02
E-Mail:
Igelverein-Hamburg@t-online.de

Nachtrag aus 2010: Die zwei Igel, welche Abends immer zum Fressen auf das Tierheimgelände kamen, sind in den frühen Morgenstunden von Unbekannten überfahren worden. Sogar der kleine Igelnachwuchs der beiden wurde ebenfalls überfahren 🙁

Nachtrag 2 aus 2010:Das Igelbaby ist inzwischen zu einem gesunden, kräftigen und gewichtigen Igel herangewachsen. Wir haben ihn jetzt wieder der Natur übergeben. Damit er nicht ganz hilflos sein neues Leben beginnt, bieten wir ihm in seinem neuen Revier Futter an, aber er hat wohl genug vom Katzenfutter und scheint lieber den örtlichen Kompost nach Würmern zu durchwühlen.

Nachtrag 3 aus 2010: Im Dezember ist ein ca. 200g Igel im Tierheim abgegeben worden. Er wird nun im ehemaligen Vogelhaus den Winter verbringen und zum Frühling wieder ausgesetzt werden. Haben sie eigentlich gewusst, dass so ein Mini-Igel fast genausoviel futtert wie eine kleine Katze????


WO SIND DIE ÜBER 70 menschenbezogenen HAUSKATZEN AUS DEM LANDKREIS NIENBURG hin?

Mo, 27.Juli 2015 von: Leitung Kategorie: Tierheim, Tierschutz Aktuell

fundkatzenDas Tierheim Drakenburg führt eine Kartei für vermisste Tiere. In diesem Jahr ist sie bereits im Juni bis oben hin voll.
Über 70!!!!! Hauskatzen werden seit Anfang 2015 im Landkreis Nienburg vermisst! Die Dunkelziffer wird sicherlich um mind. das 2-fache höher liegen.

Nun stellt sich die Frage: Wo sind die Tiere?

1. Möglichkeit: Sie streunern herum und kommen irgendwann wieder nach Hause. Leider zieht es auch kastrierte Katzen von Zuhause weg! Hormone und Instinkte sind eine Erklärung.

2. Möglichkeit: Die Tiere sind evtl. leider verunfallt.

3. Möglichkeit: Katzen laufen einer Person zu, werden gefüttert und ihnen wird ein Schlafplatz angeboten.
–> Konsequenz: DIE TIERE GEHEN NICHT ZURÜCK nach Hause
Besonders ärgerlich und sehr traurig ist, dass die Finder die Tiere im geringsten Fall dem Tierheim als Fund melden oder sich sogar weigern das Fundtier im Tierheim abzugeben!

DAS GEHT SO NICHT!
Diese Personen machen sich einer Fundunterschlagung schuldig. Das ist kein Kavaliersdelikt!

Auffällig ist, sobald das Tier krank wird, oder lästig, wird es dem Tierheim gemeldet. Generell erreichen das Tierheim in der Regel primär sehr kranke Tiere, alte oder verhaltensauffällige Tiere.
Die „niedlichen und süßen“ werden einfach behalten.

Diese Leute, die ein zugelaufenes, zutrauliches und menschenbezogenes Tier behalten, welches sicherlich (100%ig) einen Besitzer hat, möchten wir gerne mal den verzweifelten Tierhaltern gegenüber setzen, welche ihr Tier schon lange vermissen.

Die Ungewissheit, was mit dem Tier passiert sein könnte, treibt viele in die Verzweiflung!
Muss das sein?

Bitte sensibilisieren Sie Freunde und Bekannte, denen ein Tier zu läuft, dieses wenigstens dem örtlichen Tierheim zu melden! Nicht nach einem Monat, nicht nach einem Jahr, sondern sofort.


Todesfalle Kippfenster

Mo, 13.Juli 2015 von: Leitung Kategorie: Tierschutz Allg.

Traurig aber wahr. Kippfenster sind oft eine unterschätzte Gefahrenquelle.

Diese Fenster sind mitunter eine der sehr häufigen Ursachen für schwerwiegende Verletzungen bei Katzen. Die Todesfalle Kippfenster hat sogar einen eigenen Begriff in der Tiermedizin erhalten. Das sogenannte Kippfenster-Syndrom.
Zu einem Kippfensterunfall kommt es durch den Versuch der Katze, durch das gekippte Fenster nach draußen (oder nach drinnen) zu gelangen. Wenn die Katze dabei in den nach unten enger werdenden Spalt rutsch. Die Katze kann sich aus dieser Situation in der Regel nicht selbst befreien, sondern rutsch bei jeder Bewegung nur noch tiefer. Dadurch kommt es zur Quetschung der Organe und/oder Unterbrechung der Blutversorgung und eingeklemmte Körperteile sterben ab (Verlust von Pfoten oder gar Querschnittslähmung!)
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Helfen Sie uns den Tieren zu helfen!

Sa, 20.Juni 2015 von: Leitung Kategorie: Tierschutz Aktuell

hundEigentlich möchte man nicht unbedingt wissen, wie es hinter verschlossenen Türen aussieht, aber gerade zum Wohle des einen oder anderen Tieres, sollte man genauer hinsehen und Missstände melden.
Die primäre Anlaufstelle hinsichtlich einer Tiervernachlässigung oder gar Quälung ist das zuständige Veterinäramt, welches den Fall aufnimmt und bearbeitet. Man kann diese Fälle aber auch dem Tierheim melden. Das Tierheim Drakenburg verfügt glücklicherweise über den ehrenamtlichen „Tierhaltungsprüfer“ Herr W. Füllgrabe , welcher sich zeitnah den Verdachtsfällen annimmt, die Gegebenheiten überprüft, einen Bericht verfasst und dieses an das Veterinäramt weiterleitet.
Man muss dabei aber bedenken, dass weder das Tierheim noch Herr Füllgrabe ein Tier enteignen dürfen. Dieses obliegt allein dem Veterinäramt. Ganz machtlos ist der Tierschutz aber nicht. Daher melden Sie bitte dringende Verdachtsfälle umgehend. Um einer Tiermisshandlung schnell und effektiv nachgehen zu können, benötigt man genaue Informationen, wie z.B. den Aufenthaltsort des Tieres und die Art der Misshandlung bzw. Vernachlässigung. Diese Informationen geben Sie bitte direkt an das Veterinäramt bzw. an das Tierheim weiter.
Das Tierheim Drakenburg können Sie auf unterschiedliche Art erreichen, entweder persönlich vor Ort, über Telefon (05024/8433) oder über email: tierschutz-nienburg@gmx.de bzw. über die email des Tierhaltungsprüfers Herr Füllgrabe aeroplan.w@kabelmail.de.
katzen
Im Tierheim Drakenburg wurden bereits eine Menge Tiere gepäppelt, welche mit Hilfe von Herrn Füllgrabe und des Veterinäramtes aufgenommen werden konnten. Oft treibt es den Mitarbeitern die Tränen in die Augen, wenn man ein stark abgemagertes, misshandeltes oder gar geschlagenes Tier empfängt. Entschädigend ist die unendliche Dankbarkeit des Tieres. Jeden Tag erholt es sich mehr. Alle im Tierheim Drakenburg geben sich die größte Mühe das Tier körperlich und seelisch wieder aufzubauen. Dieses gelingt nahezu immer durch die Hilfe der Fürsorge der Mitarbeiter und der unendlichen Hingabe der Ehrenamtlichen.
Ob Hund, Katze oder Maus, jedes Lebewesen hat ein Recht auf ein artgerechtes, liebevolles Zuhause. Helfen Sie uns den Tieren zu helfen und melden Sie jede Misshandlung!


Falsche Katzenhalsbänder sind gefährlich!

Mi, 18.März 2015 von: Leitung Kategorie: Tierschutz Allg.

Zum Glück nicht aus aktuellem Anlass, aber als generelle Information für Katzenhalter möchten wir gerne den folgenden Link hinweisen: Gefahr: Katzen-Halsband

Achtung, dort befinden Bilder von stark verletzten Tieren. Empfindliche Personen sollten den Link lieber meiden.


Fruchtlose Podiumsdiskussion über Kastrations- und Kennzeichnungspflicht

Do, 27.März 2014 von: Leitung Kategorie: Tierheim, Tierschutz Aktuell

Heute Nachmittag fand eine Podiumsdiskussion über eine Kastrations- und Kennzeichungspflicht von Katzen im Landkreis Nienburg statt.
Leider steht einer sinnvollen Verordnung wieder einmal der Paragraphendschungel im Weg, den Tierschützer nur mit Empörung folgen konnten.
Der einzige, zur Zeit realisierbare Weg, ist eine weitere Aufklärung der Bevölkerung, insbesondere der Katzenbesitzer ihre Samtpfoten kastrieren zu lassen.
Aber nicht nur die Besitzer seien ermahnt, die ihren Stubentiger unkastriert „Freigang“ ermöglichen, sondern auch die Mitmenschen, die Scharen von unkastrierten Katzen und Kater halten (damit ist auch das Anfüttern herrenloser Katzen gemeint) und somit am umgreifenden Katzenelend- und Leid beteiligt sind.
Jeder der Katzen hält, darf sich seiner Verantwortung und Versorgungspflicht nicht entziehen. Wenn keine Verordnung realisierbar ist, muss man an den gesunden Menschenverstand appellieren.
Dieses ist, mit Verlaub, teils schwieriger durchzusetzen, als eine Verordnung… .

Das Tierheim Drakenburg wird nun weiter auf Aufklärung setzen und wir hoffen, dass die Botschaft irgendwann jeden erreichen wird.
Vielen Dank!

PS: Bitte fühlen Sie sich eingeladen in diesem Blog über das Thema zu diskutieren. Wir suchen nach guten, durchsetzbaren Lösungen.



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